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Ohrwald - die Idee


"Ich kann vor lauter Wald nicht mehr die Bäume sehen", so heißt es bei einem bekannten Sprichwort. Sprichwörtlich lässt sich dieses auch anders ausdrücken: "Vor lauter Hall, höre ich die einzelnen Instrumente nicht mehr". Bei dem eigentlichen Sprichwort sind die Augen gemeint, die außer Stande sind Strukturen ("Bäume") zu erkennen. Bei der genannten Variation des Sprichworts können die Ohren aus den verschwommenen und miteinander verschmolzenen Klängen keine Strukturen ("Instrumente") mehr herausfiltern.

Das eigentliche Sprichwort möchte im übertragenen Sinne auf die unbefriedigende Situation hinweisen, etwas einzelnes nicht mehr wahrzunehmen zu können, die Übersicht zu verlieren. Ein Sprchwort für etwas negatives. Dies trifft auch auf die genannte Variation zu: Wahrscheinlich hat jeder schon einmal ein Konzert erlebt, das durch ungünstige Akustik in seiner Wirkung verloren hat.

Die Konzeption von "Ohrwald" steht für eine umgekehrte Blickweise: Nicht der "Baum", sondern der "Wald", nicht das einzelne Instrument, sondern der Raum steht im Zentrum der Betrachtung. Der Raum soll musizieren und nicht notwendiges Übel eines Klangerlebnisses sein.


Ohrwald - die Geburt des Konzepts


Zur jetzigen Konzeption hat es viele Zwischenstationen gegeben, bei der mit der Mehrkanaltechnik experimentiert wurde. Bei einigen Projekten in Kirchenräumen hatte sich in der Vergangenheit die Mehrkanaltechnik, wie man sie aus Kino und Heim kennt (Surround 5.1 oder mehr) als unbefriedigend erwiesen, da diese Räume durch ihre starke Eigenakustik keine genaue Ortbarkeit der Lautsprecher mehr zuließ ("Überakustik").

Doch warum nicht die Not zur Tugend machen und den Raum in das Zentrum der Betrachtung stellen? Als klassischer Sänger ist man von Natur aus mit der Fragestellung des "was kommt draßen an?" beschäftigt. Von daher lag es nahe ein Konzept zu realisieren, mit "Räumen zu spielen".


Ohrwald - die Realisation


Beschallung:
Teil des Konzepts ist es, kein, wie es z.B bei Cinema-Surround der Fall ist, fest definiertes vorne, hinten, rechts und links im Lautsprecherfeld zu erzeugen, sondern vier gleichberechtigte Lautsprecherquellen zu haben. Aufgrund der Eigenakustik der Räume und durch eine indirekte Abstrahlung des Schalls auf die Wände, ist es erwünscht, dass der einzelne Lautsprecher in seiner genauen Position nicht auszumachen ist. Der Zuhörer kann sich somit frei zwischen diesen Lautsprechern bewegen ohne sich aus einer "Idealposition" herauszubegeben. Anders als bei einem gewöhnlichen Konzert, ist es sogar gewollt, dass sich das Publikum während der Darbeitungen umsetzt und verschiedene Positionen im Raum "ausprobiert".


Technische Umsetzung:


Für den technisch interessierten und versierten, hier das Instrumentarium:

Vorab: Das "Spielen mit Räumen" soll live geschehen und für das Publikum nachvollziehbar sein. Von daher lag es nahe nicht mit Computern zu arbeiten, sondern mit Hardware.

Das "Einfrieren und rückkoppeln von Hall und Delays" erfolgt mit Hilfe des Nord Modular G2, Korg Microsamplers, Digitech Vocal 300, des Dynacord MDL 10 und des Roland SRV 2000. Haupthall ist das Lexicon MX 400 XL (surround).

Als Klangerzeuger für Effekte und Flächen dienen: Hartmann Neuron, Nord Modular G2 und G1, Roland Juno 106 und im Rack 2x EMU Proteus 2000 und ein
Yamaha EX 5R. Für Soli werden das EMU- und Yamaha-Modul über einen Ribbon-Controller von Doepfer bedient. Ferner werden noch ein alter Korg Sigma und ein Theremin für Soli gebraucht.

Sequenzer für Pattern sind das Yamaha Tenori-on und der Korg Mikrosampler.

Mischpult: Behringer DDX 3218
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   Michael Nonhoff
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Der "Spielplatz"
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